Der Remenhof in Volkmarode

Der Remenhof wurde von Pastor Bodo Steigerthal, der von 1905 bis 1914 den Evangelischen Verein für Innere Mission im Lande Braunschweig leitete, zur Arbeit an und mit „Trunksüchtigen“ gegründet. Auf der Charlottenhöhe mietete er ein Haus, das er als Blaukreuzerheim einrichtete. Da es sich bald als zu klein erwies, sah er sich nach einem Gelände um, auf dem sich größere Unterkünfte erstellen ließen. In Volkmarode wurde im Jahre 1911 ein großes Grundstück erworben, auf dem ein reetgedecktes Fachwerkhaus gebaut wurde und bereits am 31. Oktober 1911 konnte das Heim eingeweiht werden. Den Namen „Remenhof“ entnahm man einer Flurbezeichnung, wobei Remen soviel wie Riemen oder Streifen, in die das Land eingeteilt war, heißt. Der Remenhof war vorgesehen als Zufluchtstätte für Alkoholkranke einzurichten. Die Insassen wurden mit landwirtschaftlichen Arbeiten oder in den Stallungen beschäftigt. Der Erste Weltkrieg mit seinem Mangel an Alkohol bewirkte, das schon 1918 kein Bedarf an Blaukreuzerheimen bestand.

1918 bis 1945

Nach dem Ersten Weltkrieg entstand die Notwendigkeit, die Betreuung von Waisenkindern zu organisieren. So wurden am 1. Oktober 1918 die ersten 8 Kinder im Remenhof aufgenommen. Die Zahl der Kinder stieg in den nachfolgenden Jahren auf 125 an, die Zahl der Pflegefamilien, in die Kinder vermittelt wurden, auf 300. Ein Großteil des Geländes vom Remenhof wurde von den Kinder und den wenigen Mitarbeitern landwirtschaftlich genutzt, Ziel war es die Kinder auf ein Leben auf dem Lande bzw. in einer Bauern- oder Handwerkerfamilie vorzubereiten.

Im Jahr 1939 wurde der Remenhof aufgrund des Gesetzes über die Errichtung einer Stiftung zum Zwecke der Erziehung Jugendlicher […]  von der Remenhof-Stiftung übernommen, einer vom „Land Braunschweig und [den] braunschweigischen Kreisgemeindeverbänden einschließlich der Stadt Braunschweig“ errichteten „Stiftung des öffentlichen Rechts mit den Rechten einer milden Stiftung“. Der Zweite Weltkrieg fügte dem Remenhof schwere Schäden zu und in den Jahren nach 1945 mussten umfangreiche Instandsetzungsarbeiten durchgeführt werden, die nur durch Zuschüsse verschiedener Braunschweiger Dienststellen durchgeführt werden konnten. Im Jahr 1978 erfolgte die rechtliche Klärung des Status der Remenhof-Schule, die eine Entlastung der Schule Volkmarode darstellte, der Remenhof-Schule wurde die Eigenschaft einer Sonderschule in freier Trägerschaft zuerkannt. Mit mehr als 60 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern gehört die Remenhof-Stiftung heute mit zu den größten Arbeitgebern in Volkmarode.