Frühmittelalter - vom 6. bis Anfang 10. Jahrhundert

Der  Ortsname lässt auf eine Gründung der Liudolfinger vermuten. Die Umgegend des heutigen Volkmarode war nach zahlreichen Funden daher schon relativ früh dicht bevölkert. Bereits vor der Erhebung Braunschweigs, im Jahre 861, zu einem festen Orte an der Oker, wurde das Burgendorf Volkmarode erwähnt. Eine der zahlreichen "-rode" Siedlungen im Vorharz, ein sogenanntes "Schenkungsdorf" zur Ansiedelung Fuldaer Mönche?  Es ist als sicher anzunehmen, dass die hiesige Kirche und ihre Kirchenschule nicht von den Mönchen Karls des Großen nach 803, sondern schon viel früher von den Fuldaer Mönchen gegründet wurden. Hiefür spricht die vergleichende Betrachtung mit anderen  Siedlungsgründungen im Umland. Darauf deuten ebenfalls die sehr frühen Anfänge einer christlichen Kirche hin. Vor den häufigen Überfällen und Raubzügen slawischer Horden verschanzten sich die Bewohner hinter Wassergraben und aufgeschüttetem Erdwall im sumpfigen Gelände des Sandbachtales. Der "Schafbade-Teich" hinter dem Möbelhaus an der Bundesstraße ist ein kleiner Rest der ehemaligen Fluchtburg - ein so genannter "Borwall". Im Jahr 1827 beschreibt und skizziert der Amtsrichter Käufer die Teichanlage. Von den ehemals vier Teichen sind Feuerteich und Schafbade geblieben.

 

Hochmittelalter vom Anfang 10.Jahrhundert bis ca.1250

Die wohl beutendste Zeit in der Vergangenheit von Volkmarode liegt zwischen dem 11.-13. Jahrhundert, die wichtigsten Ämter waren einigen wenigen Familien vorbehalten, die die Führungsschicht der Ministerialität bildeten und die an Ansehen und Wohlstand gelegentlich sogar edelfreie Geschlechter übertrafen. Auch die Herren von Volkmarode, die erst unter Heinrich dem Löwen als welfische Ministeriale auftauchen, gehörten zur Gruppe der führenden Geschlechter. Der erste urkundlich mit Sicherheit nachweisbare Vertreter des Geschlechts ist „Fridericus de Volkmeroth“ (auch Volkmariggerod), der 1154 erstmals im Gefolge des Herzogs Heinrich der Löwe auftaucht. Schon unter Heinrich dem Löwen ist die Stammverwandschaft der Herren von Volkmarode mit der welfischen Ministerialität „von Esbeck“ (Esbeck bei Schöningen) belegbar, das sich zu einem der bedeutendsten niederadligen Geschlechter im östlichen Grenzbereich des Herzogtums Braunschweig entwickelte. An der strategisch günstigen Anhebung in der Mitte des früheren Bauerndorfes befand sich wahrscheinlich um das Jahr 1100 eine Burg, wahrscheinlich Sitz des Geschlechts der Herren von Volkmarode.


Stiftung

 

 

Spätmittelalter - Mitte des 13. bis zum Ende des 15. Jahrhunderts

 Von 1354, an bis in die Napoleonische Besatzungszeit, gehörte Volkmarode zum Amtsbezirk Campen. Nach dem Friedensvertrag von 1494 zwischen der Stadt Braunschweig und den Herzögen kam das Amt Campen für fast zwei Jahrhunderte, von 1512 bis 1706, zum Fürstentum Lüneburg. 1706 erstritt Anton Ulrich den Amtsbezirk für das Fürstentum Braunschweig-Wolfenbüttel zurück.